| Schweizer
WM-Träume enden im Penaltyschiessen
Die WM-Party ist für die Schweiz vorbei. Die Equipe von
Köbi Kuhn wurde im Achtelfinal von der Ukraine im Penaltyschiessen
mit 0:3 bezwungen. Nach 120 Minuten hatte die Partie 0:0 gestanden.
[si] - In der finalen Kurz-Entscheidung hatten die Schweizer
auch keinen Treffer mehr zustande gebracht. Marco Streller und
Ricardo Cabanas scheiterten an Ukraines Torhüter Alexander Schowkowski,
Tranquillo Barnetta traf nur die Latte. Zuberbühler, der während
der gesamten WM in 390 Minuten kein Tor erhielt, parierte zwar
den ersten Versuch von Andrej Schewtschenko, wurde dann aber
von Milewski, Rebrow und Gussew bezwungen.
Die Partie in Köln wurde derart von den Abwehrreihen und von
der defensiven Ordnung im Mittelfeld dominiert, dass sich aus
dem Spiel heraus fast keine Gelegenheiten ergaben. Erst als
die Akteure in der Verlängerung müde wurden und ein wenig mehr
Räume vorfanden, waren nach langer Zeit wieder ansatzweise gefährliche
Chancen herauszuspielen. Die Schweizer waren in der Overtime
die initiativere Equipe und kamen auch zu Abschlüssen. Johann
Vogel schoss aber zu unpräzis (93.), und der Versuch des eingewechselten
Marco Streller wurde in extremis von Verteidiger Andrej Gussin
abgeblockt (114.).
Die grösste Gelegenheit zum Sieg in der regulären Spielzeit
hatte die Schweiz derweil schon sehr früh. In der 23. Minute
traf Alex Frei mit einem sehenswerten Freistoss aus 22 Metern
und aus halblinker Position nur die Latte. Glück hatten nur
zwei Minuten vorher aber auch die Spieler von Coach Köbi Kuhn
in Anspruch nehmen müssen. Nach einer Flanke von Maxim Kalinitschenko
hechtete Andrej Schewtschenko in den Ball und lenkte diesen
mit dem Kopf an die Latte (21.) - Zuberbühler konnte nur noch
zusehen und hoffen, dass er nicht erstmals an dieser WM bezwungen
werde.
Die Schweizer waren zuvor offensiv gestartet und bemüht gewesen,
die Kontrolle des Spiels und die Initiative sofort zu übernehmen.
So dauerte es auch nur bis zur 13. Minute, ehe sie durch Raphaël
Wicky zur ersten Chance kamen. Der Walliser lief in einen miserablen
Querpass und schoss aus 20 Metern präzise. Doch Ukraines Torhüter
Alexander Schowkowski lenkte den Ball bravourös zum Corner.
Je länger die Partie aber dauerte desto stärker wurde die Ukraine.
Die Osteuropäer störten die Schweizer beim Aufbau früh und verhinderten
so das gepflegte Passspiel. Die Fehlerquote stieg im Schweizer
Ensemble rasch an - und der Equipe von Kuhn entglitt so die
Partie lange Zeit zusehends. Zudem setzten die Ukrainer mit
schnell vorgetragenen Gegenangriffen, die zumindest im Ansatz
gefährlich waren, die Schweizer Defensive unter Druck. Vor allem
über die linke Seite, wo Ludovic Magnin in der Defensive seine
Position nicht immer konsequent hielt, wurden die Angriffe von
"Shevagol" und Co. zielstrebig lanciert. Zu gefährlichen
Abschlüssen kam aber auch die Ukraine kaum.
Ausgerechnet in der für die Schweiz (ersten) heiklen Phase
musste Kuhn in der Innenverteidigung noch vor der Pause einen
Wechsel vornehmen. In der 33. Minute wurde Johan Djourou, der
für den verletzten Philippe Senderos in der Startformation figurierte,
wegen einer Leistenverletzung durch Stéphane Grichtung ersetzt.
Der Verteidiger von Auxerre kam so zu seinem WM-Debüt. Er ist
schon der vierte zentrale Abwehrspieler, den Kuhn an diesem
Turnier auf den Rasen schicken musste.
Doch auch mit dem Duo Müller/Grichting im Zentrum verlor die
Schweizer Abwehr die Übersicht nicht; Schewtschenko, die personifizierte
ukrainische Gefahr, war im Schweizer Strafraum kaum in Aktion.
Dem Superstar gelang zwar bei fast jedem Ballkontakt etwas Geschicktes,
aber er musste dafür weite Wege gehen und hatte seinen Aktionsradius
meist 25 bis 30 Meter vom Schweizer Tor entfernt.
Schweiz - Ukraine 0:0 n. Verl. -- Ukraine 3:0-Sieger im Penaltyschiessen.
Köln. -- 45 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Archundia (Mex).
-- Penaltyschiessen: Schewtschenko 0:0 (Zuberbühler hält), Streller
0:0 Schowkoski hält); Milewski 0:1, Barnetta 0:1 (Latte); Rebrow
0:2, Cabanas 0:2 (Schowkowski hält); Gussew 0:3.
Schweiz: Zuberbühler; Philipp Degen, Djourou (34. Grichting),
Müller, Magnin; Barnetta, Cabanas, Vogel, Wicky; Hakan Yakin
(64. Streller); Frei (117. Lustrinelli).
Ukraine: Schowkowski; Gussew, Waschtschuk, Gusin, Nesmatschni;
Tymostschuk; Worobey (94. Rebrow), Schelajew, Kalinitschenko
(76. Rotan); Woronin (111. Milewski), Schewtschenko.
Bemerkungen: Schweiz ohne Senderos (verletzt), Ukraine ohne
Russol, Swiderski (beide gesperrt) und Tschigrinski (verletzt).
33. Djourou verletzt ausgeschieden (Leiste). -- 20. Lattenkopfball
Schewtschenko. 23. Lattenschuss Frei. -- Verwarnung: 59. Barnetta
(Foul).
|