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Euro2004
 
 
 

Schweizer WM-Träume enden im Penaltyschiessen

 

Die WM-Party ist für die Schweiz vorbei. Die Equipe von Köbi Kuhn wurde im Achtelfinal von der Ukraine im Penaltyschiessen mit 0:3 bezwungen. Nach 120 Minuten hatte die Partie 0:0 gestanden.

[si] - In der finalen Kurz-Entscheidung hatten die Schweizer auch keinen Treffer mehr zustande gebracht. Marco Streller und Ricardo Cabanas scheiterten an Ukraines Torhüter Alexander Schowkowski, Tranquillo Barnetta traf nur die Latte. Zuberbühler, der während der gesamten WM in 390 Minuten kein Tor erhielt, parierte zwar den ersten Versuch von Andrej Schewtschenko, wurde dann aber von Milewski, Rebrow und Gussew bezwungen.

Die Partie in Köln wurde derart von den Abwehrreihen und von der defensiven Ordnung im Mittelfeld dominiert, dass sich aus dem Spiel heraus fast keine Gelegenheiten ergaben. Erst als die Akteure in der Verlängerung müde wurden und ein wenig mehr Räume vorfanden, waren nach langer Zeit wieder ansatzweise gefährliche Chancen herauszuspielen. Die Schweizer waren in der Overtime die initiativere Equipe und kamen auch zu Abschlüssen. Johann Vogel schoss aber zu unpräzis (93.), und der Versuch des eingewechselten Marco Streller wurde in extremis von Verteidiger Andrej Gussin abgeblockt (114.).

Die grösste Gelegenheit zum Sieg in der regulären Spielzeit hatte die Schweiz derweil schon sehr früh. In der 23. Minute traf Alex Frei mit einem sehenswerten Freistoss aus 22 Metern und aus halblinker Position nur die Latte. Glück hatten nur zwei Minuten vorher aber auch die Spieler von Coach Köbi Kuhn in Anspruch nehmen müssen. Nach einer Flanke von Maxim Kalinitschenko hechtete Andrej Schewtschenko in den Ball und lenkte diesen mit dem Kopf an die Latte (21.) - Zuberbühler konnte nur noch zusehen und hoffen, dass er nicht erstmals an dieser WM bezwungen werde.

Die Schweizer waren zuvor offensiv gestartet und bemüht gewesen, die Kontrolle des Spiels und die Initiative sofort zu übernehmen. So dauerte es auch nur bis zur 13. Minute, ehe sie durch Raphaël Wicky zur ersten Chance kamen. Der Walliser lief in einen miserablen Querpass und schoss aus 20 Metern präzise. Doch Ukraines Torhüter Alexander Schowkowski lenkte den Ball bravourös zum Corner.

Je länger die Partie aber dauerte desto stärker wurde die Ukraine. Die Osteuropäer störten die Schweizer beim Aufbau früh und verhinderten so das gepflegte Passspiel. Die Fehlerquote stieg im Schweizer Ensemble rasch an - und der Equipe von Kuhn entglitt so die Partie lange Zeit zusehends. Zudem setzten die Ukrainer mit schnell vorgetragenen Gegenangriffen, die zumindest im Ansatz gefährlich waren, die Schweizer Defensive unter Druck. Vor allem über die linke Seite, wo Ludovic Magnin in der Defensive seine Position nicht immer konsequent hielt, wurden die Angriffe von "Shevagol" und Co. zielstrebig lanciert. Zu gefährlichen Abschlüssen kam aber auch die Ukraine kaum.

Ausgerechnet in der für die Schweiz (ersten) heiklen Phase musste Kuhn in der Innenverteidigung noch vor der Pause einen Wechsel vornehmen. In der 33. Minute wurde Johan Djourou, der für den verletzten Philippe Senderos in der Startformation figurierte, wegen einer Leistenverletzung durch Stéphane Grichtung ersetzt. Der Verteidiger von Auxerre kam so zu seinem WM-Debüt. Er ist schon der vierte zentrale Abwehrspieler, den Kuhn an diesem Turnier auf den Rasen schicken musste.

Doch auch mit dem Duo Müller/Grichting im Zentrum verlor die Schweizer Abwehr die Übersicht nicht; Schewtschenko, die personifizierte ukrainische Gefahr, war im Schweizer Strafraum kaum in Aktion. Dem Superstar gelang zwar bei fast jedem Ballkontakt etwas Geschicktes, aber er musste dafür weite Wege gehen und hatte seinen Aktionsradius meist 25 bis 30 Meter vom Schweizer Tor entfernt.

Schweiz - Ukraine 0:0 n. Verl. -- Ukraine 3:0-Sieger im Penaltyschiessen.

Köln. -- 45 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Archundia (Mex). -- Penaltyschiessen: Schewtschenko 0:0 (Zuberbühler hält), Streller 0:0 Schowkoski hält); Milewski 0:1, Barnetta 0:1 (Latte); Rebrow 0:2, Cabanas 0:2 (Schowkowski hält); Gussew 0:3.

Schweiz: Zuberbühler; Philipp Degen, Djourou (34. Grichting), Müller, Magnin; Barnetta, Cabanas, Vogel, Wicky; Hakan Yakin (64. Streller); Frei (117. Lustrinelli).

Ukraine: Schowkowski; Gussew, Waschtschuk, Gusin, Nesmatschni; Tymostschuk; Worobey (94. Rebrow), Schelajew, Kalinitschenko (76. Rotan); Woronin (111. Milewski), Schewtschenko.

Bemerkungen: Schweiz ohne Senderos (verletzt), Ukraine ohne Russol, Swiderski (beide gesperrt) und Tschigrinski (verletzt). 33. Djourou verletzt ausgeschieden (Leiste). -- 20. Lattenkopfball Schewtschenko. 23. Lattenschuss Frei. -- Verwarnung: 59. Barnetta (Foul).


 

 

       
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