Der Chorus Croaticus feiert sein 20-jähriges
Jubiläum
Mit einem Jubiläumskonzert feierte der Chorus Croaticus
am Freitag Abend in der Markuskirche in Bern sein 20-jähriges
Bestehen. Vor zahlreichen Zuhörern, Freunden und Gästen aus
der Schweiz und aus Kroatien, darunter kroatische Diplomaten,
Sponsoren, der ehemalige Berner Grossratspräsident Werner Lüthi,
schweizerische und kroatische Medien sowie Vertreter der verschiedenen
kroatischen Vereine trug der Chorus Croaticus 20 Lieder vor:
Ein Lied für jedes Jahr seines Bestehens.

Unterstützt und brillant ergänzt wurden die 9 stimmgewaltigen
Sänger vom Berner Mandolinenquintett und vom kroatischen Ensemble
Korjandul aus Zagreb. 6 junge Frauen die mit ihrer Anmut und
ihren gesanglichen Hochleistungen die Zuschauer in ihren Bann
zogen. In Kroatien hat Korjandul bereits mehrere Preise gewonnen.
Durch das Konzert führte gekonnt - mit viel Charme und Humor
- der Leiter des Chorus Croaticus, Franjo Vugdelija, seit 20
Jahren die "Seele" des Chores. Er begleitete das Publikum
durch das kroatische Liedgut und versuchte den Zuhörern die
Emotionen und Sehnsüchte weiterzugeben, die so manches kroatische
Lied charakterisieren.
Und so wurden die Anwesenden ans Meer, zur kleinen verlassenen
Insel entführt, wo Vater und Mutter auf den Sohn warten, der
in der Ferne sein Glück gesucht hat. Auch ein Mädchen wartet
auf ihn und erinnert sich sehnsüchtig an die gemeinsamen Spaziergänge
mit dem Liebsten. Die Heimat, die Liebe, die Sehnsucht und immer
wieder das Meer - das blaue, das schöne aber auch das verrückte
Meer - sind der Stoff aus dem die Träume sind, die der Chorus
Croaticus seinem Publikum schenkt. Melancholische, mystische
aber auch fröhliche Melodien die von den Sängern, zum Teil als
Solodarbietungen, mit Bravour und Herzensblut vorgetragen werden.
Der Weg zum erfolgreichen Chor
Vor 20 Jahren beschloss Franjo Vugdelija einen alten Traum
zu verwirklichen: Eine "Männerklapa", also einen kleinen
Männerchor zu gründen. Er fragte einige Kollegen, die mit ihm
im Chor der kroatischen katholischen Mission sangen, ob sie
bereit wären, auch ausserhalb des Kirchenchores mit ihm zu singen.
Acht Männer sagten zu.
Am Anfang ging es Franjo Vugdelija nur um die Freude am Singen.
Dann aber entdeckte er, "dass im damaligen kommunistischen
Jugoslawien Kroatien zunehmend in ein schlechtes Licht geriet",
wie er gegenüber croatia.ch betont. Diese Tatsache bewog Vugdelija
bereits im Namen "Chorus Croaticus" die Verbundenheit
zu Kroatien zu unterstreichen. Mit dem Chorus Croaticus, dar
damals aus acht Sängern bestand, versuchte er ausserdem ein
anderes Bild seiner Heimat zu vermitteln und das kroatische
Liedergut den Schweizern näher zu bringen.
Sogar ein politischer Versuch der damaligen jugoslawischen
Geheimpolizei die Arbeit des Chores zu torpedieren, brachte
die Mitglieder des Chorus Croaticus nicht zum Schweigen. Im
Gegenteil, es spornte sie sogar an, die kroatische Musik weiter
zu pflegen. Das Repertoire des Chorus Croaticus umfasst vor
allem die Musik und die Lieder aus Dalmatien, also aus Südkroatien.
"Wir konnten nicht das ganze Land abdecken", sagt
Franjo Vugdelija, "also haben wir uns auf die dalmatinischen
Lieder spezialisiert".
In der Tat hat diese Musik eine lange Tradition, die bis auf
den gregorianischen Gesang zurückgeht. Eine Musik die, wie sie
der Leiter des Chores selbst definiert, "eine spontane
Art ist, die Stimme zum Ausdruck zu bringen". Eine Brise
Wehmut, viel Nostalgie, die Liebe zur Heimat und zum Gesang:
Eine musikalische Reise durch Kroatien die auch die Schweizer
Gäste überzeugt und fasziniert hat.
Für das Portal: Elena Altenburger