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    20.02. 2008.
 
 
Leserbrief: Drama in Locarno und Kroaten in der Schweiz

Dieser Leserbrief wurde in der Schweizer Presse leider nicht veröffentlicht. Auf das Schreiben haben nur das Generalsekretariat der SVP und die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) mit folgenden Antworten reagiert:

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"Sie haben völlig Recht, es sind sicherlich nicht alle Kroaten straffällig und es soll auch nicht so kommuniziert werden. Die SVP betont immer wieder, dass aufgrund einzelner Delikte nicht die ganze Nationalität als kriminell bezeichnet werden darf. Und kommt eigentlich auch gar nie vor. Wir sind sicherlich nicht gegen Kroaten oder Ausländer an sich. Wir sind jedoch gegen kriminelle Ausländer, welche den Ruf aller Ausländer schädigen. Daher haben wir auch die Ausschaffungsinitiative lanciert. Damit sollen schwerst straffällige Ausländer in ihre Heimat zurückgewiesen werden. Dies auch zum Wohle der anständigen Ausländer, deren Ruf sich damit verbessern wird."
Generalsekretariat SDP, Bern

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"Wir teilen Ihre Auffassung betreffend des Dramas von Locarno. Die EKR setzt sich seit längerem dafür ein, dass in der Presse bei solchen Vorfällen die Nationalität der "Täter" nicht bekannt gegeben wird."
Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR), Bern

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LESERBRIEF:

Drama von Locarno und Kroaten in der Schweiz

Das tragische Ereignis in Locarno hat mich tief erschüttert. Ich habe herzliches Mitleid mit der Familie des verstorbenen jungen Mannes.

Diese Gewalttat hat in der Schweiz Wut und eskalierenden Hass gegen die Angehörigen der Nation der Täter (in casu - leider - Kroaten) verursacht. Das kann man verstehen.

Die Täter sollen bestraft werden. Jedoch ist unrecht, durch die Medienhetze alle Menschen mit kroatischen Wurzeln auf die Anklagebank zu setzen und als gewalttätig zu bezeichnen.

Kriminelle gibt es von allen Nationen. Die Strafstatistiken dennoch belegen, dass die Kroaten in der Schweiz keine hohe Kriminalitätsrate aufweisen. Es ist unrecht, die Sünden gesamter Balkanimmigration nun den Kroaten zuzuschieben.

Die allermeisten eingewanderten Kroaten sind Menschen, die ein ehrenhaftes Leben führen, die dieses Land durch ihr Wissen und Fleiss zusammen mit den Schweizern fördern, die gleich wie die Schweizer bemüht sind, ihre Kinder zu wertvollen Menschen zu erziehen. Viele kroatische Zuwanderer sind hochqualifizierte Fachleute, Ihre Kinder aufrichtige Schüler und Studenten, manche von denen Spitzensportler. Man darf auch nicht vergessen, dass zwei Schweizer Nobelpreisträger für Chemie (Leopold Ruzicka und Vladimir Prelog) kroatische Immigranten waren. Müssten sich all diese Leute nun wegen des Verbrechens in Locarno ihrer kroatischen Abstammung schämen?

Wäre der Täter ein Schweizer, würde seine Nationalität in den Medien nicht so betont. Die Schweizer Medien hätten sich davon zurückhalten sollen, die Ursprungsnationalität der Verbrecher in einem derart übertriebenen Masse gezielt hervorzuheben und dadurch alle Kroaten ins schlechte Licht zu rücken sowie negativ aufgeladene Vorurteile zu nähren. Es ist nicht in Ordnung, dass die kroatische Nationalität in den Medien primär mit verächtlich-pejorativen Konnotationen verknüpft wird. Die Medien sollten nicht einseitig nur einige negative Aspekte hervorheben, sondern auch positive präsentieren (die durchaus vorhanden sind), damit die Öffentlichkeit ein realistischeres Bild gewinnt.

lic.iur. Silvia Mikulandra Tadic

 

 

 

 

 

 

 

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